Willkommen auf unserer Online Bilder Gallery des Militär Motorfahrer Verein St.Galleroberland Graubünden (MMV SGO/GR)

CZV-Kurs I

Datum: 15.09.2012
Übungsleiter: Werner Gartmann
Fotos: Arno Balzer
Bericht: Heinz Gallus

Aus- und Weiterbildung – unter diesem Leitgedanken stand der Anlass vom 15. September 2012. Um 06.40 Uhr versammelten sich die Fahrer, welche sich für diesen CZV-Kurs eingeschrieben hatten, auf dem Areal Rossboden in Chur. Übungsleiter Werner Gartmann, technischer Leiter des Militärmotorfahrervereins MMV SGO/GR und Mitglied des Vorstands, begrüsste die Fahrerschaft. Nach der Kontrolle der Fahrausweise orientierte er über die Teambildungen für die Lastwagen, verteilte die Fahrzeugschlüssel und informierte über den Zeitrahmen. Die Fahrzeuge, welche für diese Übung eingesetzt werden konnten, waren aktuell der Geb Inf RS 212 (Chur) zugeteilt. Ein besonders herzliches Dankeschön sei an dieser Stelle an die Adresse von Herrn Adj Uof Willi Kühnis notiert – als Ansprechperson der Rekrutenschule stellte er die Fahrzeuge zur Verfügung.
Beim morgendlichen Parkdienst wiesen mehrere Fahrzeuge verschiedenartige Mängel bei der Beleuchtung auf, welche vor der Abfahrt behoben wurden. Präsident Arno Balzer und der Schreibende absolvierten auf dem Gebiet Rossboden eine kurze Strecke, um sich an das Fahrzeug zu gewöhnen. Kurz nach 07.00 Uhr fuhren wir los. „Driving Graubünden“ in Cazis, eines der modernsten Fahrsicherheitszentren Europas, erreichten wir um 07.30 Uhr. Genüsslich tranken wir einen Kaffee, bis um 08.00 Uhr Instruktor Hugo Solothurnmann mit der Theorie zu den bevorstehenden fahrdynamischen Übungen startete. Anschaulich, pragmatisch und zielorientiert informierte er die aufmerksame Zuhörerschaft über die Wirkungsweise von verschiedenen elektronischen Systemen wie ABS (Antiblockiersystem), ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm), ASR (Antischlupfregelung) etc.
Speziell zu erwähnen ist der Haftreibungskreis. Visuell illustrierte Herr Solothurnmann die Einwirkungen der verschiedenen physikalischen Kräfte (Fliehkraft usw.) und stellte die sich daraus ergebenden Veränderungen – z.B. den Übergang von der Haftreibung zu einer Gleitreibung – anschaulich dar.
Die Haftung eines Fahrzeugs auf der Strasse wird beeinflusst durch:
- Reifen
- Fahrbahn
- Gewicht
- Km/h
Als der Instruktor die Reaktionszeit – welche ein äusserst wichtiger Faktor beim Brems- und Anhalteprozess darstellt – thematisierte, war im Theorielokal ein Raunen hörbar. Herr Solothurnmann schielte dabei in Richtung des grossen nördlichen Kantons und erzählte, dass in Deutschland die Unfallursachen wesentlich detaillierter abgeklärt würden als in der Schweiz. Die hierzulande kommunizierte Reaktionszeit (und noch immer Lehrmeinung!) von 1 Sekunde sei schlicht unrealistisch – die Reaktionszeit betrage zwischen 1,5 bis 3,5 Sekunden. Erleichterung war im Theorielokal hörbar, als er diese Zeit für diesen CZV-Kurs auf 0,3 – 0,5 Sekunden korrigierte. Kompetent beantwortet er Fragen über den Einfluss von breiten und schmalen Reifen usw. Bemerkenswertes Detail: Nur rund 2% aller Autofahrerinnen und –fahrer nehmen an Kursen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit teil.
Thomas Schuler, der zweite Instruktor, führte die Gruppierung „Fahrzeuge ohne ABS“ (ausschliesslich Saurer 6- und 10DM) nach der Theorie zum ersten Schulungsposten „Slalomfahren“. Ein Team des Vereins – mit einem Steyr 4x4 unterwegs – schloss sich der Gruppe „Fahrzeuge mit ABS“ an, zumal dieser Lastwagentyp serienmässig über ein Antiblockiersystem verfügt.
Auf dem grossflächigen abgesperrten Gelände des Fahrsicherheitszentrums (ca. 34‘000 m2) machten wir erste Erfahrungen mit „rutschenden Fahrzeugen“. Im Verlauf der verschiedenen Fahrten wurden die Anforderungen an die Fahrzeuglenker durch den Instruktor bei jedem Durchgang erhöht. Nach der Kaffeepause wurden auf Übungsbahn 2 – welche eine grosse Gleitfläche aufweist – mögliche Hindernisse durch plötzlich auftretende Wasserfontänen simuliert. Die Kursteilnehmenden verschätzten sich in der gefahrenen Geschwindigkeit im Verhältnis zum Anhalteweg zuhauf. Erkenntnis: Die „richtige“ Einschätzung war nicht möglich.
Instruktor Schuler hatte angeordnet, die Bremse unter keinen Umständen loszulassen, bis der Lastwagen vollständig zum Stillstand komme. Diese strikte Vorgehensweise hatte Herr Solothurnmann bereits am Vormittag im Theorielokal kommuniziert, damit im Ernstfall genau dieses Verhalten „abrufbar sei“. Vergleichend nannte er den Profispieler Roger Federer, welcher jeden Tag auf dem Tennisplatz intensiv übe, um gewisse „Verhaltensweisen“ nachhaltig zu verinnerlichen, damit er diese im Duell „abrufen“ könne. Einleuchtend, dieser Vergleich.
Das Mittagessen nahmen wir im Fahrsicherheitszentrum ein – nach rund einstündiger Pause ging’s wieder zur Sache. Spannende Übungen auf Berg- (10%) und Gefällstrecken (8,6%) standen uns bevor. Bereits am Vormittag hatten wir festgestellt, dass der von uns gelenkte Saurer 6DM bei sämtlichen Bremsmanövern auf die rechte Seite zog. Dies verhinderte (auch), dass wir auf der Strecke mit Gefälle die von Instruktor Thomas Schuler bekanntgegebene Zielsetzung erreichen konnten. Ob Arno oder der Schreibende die Übungsvorgaben am Lenkrad umzusetzen versuchten – das Fahrzeug drehte sich jeweils nach rechts ab und letztendlich blieb es beim gutgemeinten „Versuch“.
Auf der Gleitfläche der Kreisbahn führten wir als erstes Bremsversuche durch, hervorgerufen durch auf plötzlich auftauchende Hindernisse (wiederum simuliert durch Wasserfontänen). Diffizil für den mittels Funk kommunizierenden Instruktor war die Verkehrsregelung auf dieser Übungsanlage, zumal stets mehrere Fahrzeuglenker gleichzeitig „übten“. Die Fahrversuche im Grenzbereich, in Kombination von links- und rechtsseitig unterschiedlichen Fahrbahnbelägen, waren äusserst anspruchsvoll. Bei Sonnenschein genossen wir die Nachmittagspause – herrlich war die Wettersituation während des ganzen Tages. Die Kaffeepause kam gelegen, zumal wir Übenden auch nachmittags fortwährend hoch konzentriert unterwegs gewesen waren.
Krönend und ungemein anspruchsvoll war die letzte Übung, wiederum auf Übungsbahn 2. Es galt mit einer Geschwindigkeit von 35 km/h geradeaus auf ein Hindernis zuzufahren. Befand sich die Hinterachse des Fahrzeugs auf der Hydraulikplatte, scherte diese schlagartig entweder nach links oder rechts aus. Dadurch erhielt der Lastwagen einen seitlichen „Stoss“ und diesen galt es extrem schnell zu korrigieren. Lenkarbeit auf hohem Niveau war gefragt. Was darauf hin folgte war eine Serie von drehenden Fahrzeugen, mit entsprechend schnell kurbelnden Lenkenden. Nach einigen Durchgängen verbesserte sich die Erfolgsquote aber zusehends. Freudvoll nahmen wir positive Erfolgserlebnisse mit auf den Heimweg! Gegen 17.00 Uhr endete dieser Ausbildungstag im Fahrsicherheitszentrum Graubünden. Die Fahrzeugverschiebung nach Chur beanspruchte wenig Zeit, speditiv verlief das Auftanken und Parkieren der Armeelastwagen auf dem Areal Rossboden. Herzhaften Applaus erhielt Übungsleiter Werner Gartmann anlässlich der Schlussbesprechung aus der Runde – einmal mehr hatte er eine Klasse-Übung für den Verein organisiert!

Chur, 25.9.2012, H. Gallus
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