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Fahrphysik / Unfallverhütung und 1. Hilfe (CZV-anerkannt)

Datum: 24.05.2014
Übungsleiter: Werner Gartmann
Fotos: Arno Balzer
Bericht: Heinz Gallus

Bericht MMV SGO/GR zur CZV-Ausbildung vom 24. Mai 2014

Punkt 8 Uhr begrüsste Joe Manni, Geschäftsführer von Driving Graubünden, die Kursteilnehmer im Restaurant des Verkehrszentrums in Cazis und stellte die Instruktoren für die verschiedenen Gruppen vor. An diesem Tag fanden gleichzeitig mehrere Kurse statt, so z. B. auch für Junglenker etc.
Die Teilnehmenden des MMV SGO/GR führte Rico Vincenz ins entsprechende Theorielokal, das Thema lautete: «Unfallverhütung und Erste Hilfe».
Einleitend informierte Rico über einige statistische Angaben wie z. B. über die Zahl von 95‘000 Unfällen innerhalb des letzten Jahres und über die 341 zu beklagenden Verkehrstoten. Diese Zahlen verdeutlichten den Kursteilnehmenden, dass bei Verkehrsunfällen besonders dem Eigenschutz grösste Aufmerksamkeit zu schenken ist. Der thematische und gut strukturierte Aufbau der Lektionen führte zur Frage, wie bei Unfällen vorzugehen sei.
Wichtig sei, so erklärte der Kursleiter, sich umgehend einen Überblick über die Unfallsituation zu verschaffen. Anhand eines Vergleichs mit einer auf Rot stehenden Ampel seien zu klären: a) Was ist geschehen? b) Wer ist beteiligt? c) Wer ist betroffen? Unter einer auf Gelb stehenden Ampel «mit dem Erkennen der Gefahr»: a) Gefahr für Helfende? b) Gefahr für die Unfallopfer? c) Gefahr für andere Personen?
Unter einer auf «Grün» stehenden Ampel wurde kommuniziert, dass es eminent wichtig sei, für die grundsätzliche, aber vor allem eigene Sicherheit zu sorgen. Eine weitere Erkenntnis: Über die Nummer 144 könne in jedem Fall eine medizinische Fachperson zurate gezogen werden, welche auch die weiteren Blaulichtorganisationen wie Polizei, Feuerwehr etc. aufbiete.
Die wichtigsten Telefonnummern: 144 Sanität, 117 Polizei, 118 Feuerwehr, 1414 Rega, 145 Tox- Zentrum (UNI Zürich) und zu guter Letzt 112, der europäische Notruf.
Aufgrund der Ausführungen wurde uns bewusst, dass die Information über das «WO hat sich das Ereignis zugetragen?» zentral ist. Leider komme es immer wieder vor, dass Anrufe über die Nummer 144 eingehen ohne Bekanntgabe des Unfallorts, erklärte Rico. Für die Rettungskräfte sei die möglichst genaue Bekanntgabe des Unglücksorts das Wichtigste, damit diese anhand der exakten Koordinaten rasch die Hilfe an den Unfallort entsenden können.
Anschliessend folgten Informationen über die Vitalfunktionen eines Menschen (Kreislauf, Atmung, zentrales Nervensystem). Die Symptome eines Herzinfarkts sind:
a) Druck in der Brustgegend b) Schmerzausstrahlung c) Schmerz unabhängig von Bewegung und Atmung d) Todesangst e) Begleitsymptome
Im Gegensatz zu früheren Checklisten wie z. B. «Gabi» werde heute das BLS-AED-Schema gelehrt.
Nach dem theoretischen Teil folgte – nach der morgendlichen Kaffeepause – der Praxisteil. Vom Samariterverein Thusis stiess Kornelia Kienast zur 16-köpfigen Kursgruppe. Detaillierte Informationen erhielten die Teilnehmenden über das BLS-AED-Schema. Danach folgte der Einstieg in die erste praktische Übung. Personen, welche reanimiert werden müssen, werden mit 30 Bewegungen des
Bericht MMV SGO/GR zur CZV-Ausbildung vom 24. Mai 2014 Autor: Heinz Gallus, Chur
Thorax, gefolgt von zwei Beatmungsvorgängen, wiederbelebt. Für die Teilnehmenden war diese praktische Übung sehr wertvoll, die Umsetzung der Theorie in die Praxis löste hin und wieder ein Aha-Erlebnis aus.
Anschliessend fand eine praktische Übung einer Personenrettung aus einem Lastwagen statt. Diese Erfahrungen führten eindrücklich vor Augen, wie wichtig die zu wählende Vorgehensweise ist. Eine weitere praktische Übung betraf das Stillen einer grösseren Blutung. Nach heutigem Wissensstand werde bei der Ersten Hilfe die verletzte Körperregion bei einer starken Blutung nicht mehr grundsätzlich «abgebunden», sondern es werde ein Druckverband mit weichem Material verwendet. Eine weitere wichtige Kernbotschaft: Der Chef bei einer Rettung sei immer diejenige Person, welche sich am Kopf der meist auf dem Boden liegenden verletzten Person befinde.
Der letzte Punkt der Ersten Hilfe betraf den Einsatz eines Defibrillators. Wichtig: Dieses Gerät kann nur bei Herzkammerflimmern eingesetzt werden. Besonders zu beachten sei, dass das Gerät nicht in der Nähe von Wasser oder leitenden Materialien eingesetzt werde. Auch auf explosive Gase und Stoffe sei zu achten, hier dürfe der Defibrillator ebenfalls nicht verwendet werden.
Das Mittagessen nahmen die Kursteilnehmenden ebenfalls im Restaurant des Verkehrszentrums ein.
Beat Bislin, Fach- und Fahrlehrer, starte am Nachmittag mit seinen Ausführungen zu fahrphysikalischen Themen. Bevor es mit Rechenübungen über Fahrgeschwindigkeiten und mögliche Bremswegdistanzen zur Sache ging, erkundigte sich Beat in der Runde nach der Reaktionszeit. Staunende Gesichter waren zu sehen, als er Werte zwischen 0,96 bis 7 Sekunden nannte. Der Durchschnittswert liege bei 1,46 Sekunden.
Fahrversuche von unterschiedlicher Geschwindigkeit verdeutlichten auf der Piste auf eindrückliche Art und Weise die gewaltigen Unterschiede bei Vollbremsungen. Mancher Kursteilnehmer staunte nicht schlecht, als Beat diverse Geschwindigkeitsdemo’s fuhr. Geschwindigkeit 40km/h Bremsweg normal 16 Meter Gefahrenbremsung 8 Meter Geschwindigkeit 50km/h Bremsweg normal 25 Meter Gefahrenbremsung 12,5 Meter Geschwindigkeit 60km/h Bremsweg normal 36 Meter Gefahrenbremsung 18 Meter Geschwindigkeit 80km/h Bremsweg normal 64 Meter Gefahrenbremsung 32 Meter Geschwindigkeit 100km/h Bremsweg normal 100 Meter Gefahrenbremsung 50 Meter Geschwindigkeit 120km/h Bremsweg normal 144 Meter Gefahrenbremsung 72 Meter
Der Ausrüstung von Fahrzeugen sei grösste Beachtung zu schenken, teilte Beat nach den Bremsversuchen mit. Das Driving Center Graubünden empfehle die Regel «4x4x4x4». Diese Regel bedeute: Alle vier Reifen sollten über dieselbe Profiltiefe (mind. 1,6mm) verfügen, es sollten vier Reifen desselben Fabrikats montiert sein, die Reifen sollten alle vier Jahre ersetzt werden und zu guter Letzt sollten alle vier Räder über denselben Reifendruck verfügen. Es versteht sich von selbst, dass diese Regel auf Lastwagen mit zusätzlichen Rädern zu erweitern sei.
Die Frage «Dürfen Winterreifen ganzjährig gefahren werden» beantwortet Beat Bislin mit einem klaren Ja. Im Kanton Graubünden, mit einem hohen Anteil an Fahrzeugen mit 4x4-Antrieb, sollten die Räder immer «gleich» gewechselt werden, damit die Abnutzung gleichmässig stattfinde. Immer wieder werde festgestellt, dass bei Autos mit 4x4-Antrieb der Umfang der Reifen zwischen der Vorder- oder Hinterachse aufgrund des stärkeren Antriebs deutlich differiere, d. h. bis zu vier Zentimeter.
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