Willkommen auf unserer Online Bilder Gallery des Militär Motorfahrer Verein St.Galleroberland Graubünden (MMV SGO/GR)

Mehrpässefahrt

Datum: 13. Juni 2015
Übungsleiter: Werner Gartmann
Fotos: Fredi Camenisch / Fabian Eng
Bericht: Claudia Eix

«Mehrpässefahrt»

Früher Samstagmorgen auf dem Waffenplatz Rossboden in Chur. Mitglieder des MMV SGOGR, 22 an der Zahl, finden sich gemäss Tagesbefehl von Übungsleiter Werner Gartmann beim besagten Treffpunkt ein.
Alle motiviert, trotz des kühlnassen Wetters, welches so gar nicht dem Durchschnitt der letzten Wochen entspricht. Und alle einerseits schielend auf die bereitstehenden Saurer 6DM und 10DM und einen Puch, andererseits den Erklärungen und Anweisungen von Werner Gartmann lauschend betreffend Tagesbefehl.
Das sportliche Fahrtprogramm, welches Andreas Eugster zusammengestellt hat, soll möglichst speditiv befahren werden. Nach einer kurzen Eingewöhnungsfahrt biegt das Voraus-Detachement, bestehend aus zwei Fahrzeugen, bereits um 7.30 Uhr auf die A13 Richtung Süden ein. Weitere werden bald folgen.

Die erste Etappe bis zur individuellen Kaffeepause führte über Reichenau, Disentis, den Lukmanierpass in Richtung Olivone. Trotz der zeitlich unterschiedlichen Abfahrt in Chur entschieden sich doch einige Equipen, den Kaffee inkl. Gipfeli im Hospezi s. Maria auf
1915 m ü. M. einzunehmen. Eine Fahrzeugbesatzung hatte zu diesem Zeitpunkt schon die wunderschönen Alpenrosen entdeckt, welche uns auch den restlichen Tag begleiteten.

Nach der kleinen Stärkung galt es, die nächste Etappe über Olivone–Biasca–Faido–Airolo unter die Räder zu nehmen. Dabei fielen sicherlich die imposanten Kunstbauten, welche die A2 über längere Zeit säumen, vielen Teilnehmern auf. Das spektakuläre Biaschina-Viadukt überspannt die Biaschina-Schlucht, unter welcher die tosende Ticino durchfliesst. Man bedenke, dass dieses Viadukt, welches von 1979 bis 1983 im Bau war, mit seinen 110 Metern über Talgrund das zweithöchste Brückenbauwerk der Schweiz darstellt.
Bis zum Mittagessen im Ristorante Caseificio di mostrativo del Gottardo – was soviel wie «Restaurant der Schaukäserei Gotthard» bedeutet – hatten wir bereits 161 km zurückgelegt. Da kam eine währschafte Portion Pommes frites mit einem saftigen Schweinskotelett und Gemüse gerade recht.
Doch dieses Mittagessen musste zuerst verdient werden. Da sämtliche Fahrzeuge bereits um 11.30 Uhr eintrafen, setzte Werner Gartmann zu einem kleinen Theorieblock an. Das RAG, also Restwegaufzeichnungsgerät, war Thema der Diskussionen. Es wurde vermittelt, wie nach einem Unfall mit einem Militärfahrzeug vorgegangen werden muss und im speziellen, wie das RAG gehandhabt wird.

Der obligate Kaffee nach dem Zmittag gab allen genug Energie, um die Nachmittagsfahrt auf sich zu nehmen. Diese führte von Airolo–Ulrichen über den Nufenenpass nach Oberwald. Der Nufenenpass liegt auf 2478 m ü. M. und ist somit die höchste Passstrasse, welche komplett in der Schweiz liegt. Die Höhe bemerkte man unweigerlich aufgrund der Schneemauern, die die Strasse wie eine Allee einfassten. Einzelnen war dieser Pass nicht wirklich präsent, weshalb sie dies als grosse Bereicherung der Mehrpässefahrt empfanden.

Von Oberwald aus führte uns das sorgfältig zusammengestellte Fahrtprogramm mit tollem Kartenmaterial und dokumentierter Fahrstrecke weiter nach Gletsch. Imposant ragten die Züge der Alpen mit all ihren Tälern, Gletschern und Pässen in den Himmel empor. Gemäss Fahrprogramm entschieden wir uns für den Wegweiser nach Realp – über den Furkapass, ein weiteres Highlight dieses hervorragend organisierten Tages. Die 23 km über die mit zahlreichen Kurven und Spitzkehren angelegte Passstrasse barg so manche Herausforderung. Plötzlich stiessen wir auf entgegenkommende Militärfahrzeuge. In den zahlreichen Militärlastwagen sassen Mitglieder der MMV Sektionen Berner Oberland und sogar Basel-Landschaft. Wir waren stolz und sehr erfreut, einige Kameraden aus den anderen Sektionen an diesem Tag anzutreffen. Und dies ohne einander auf der engen Strasse zu touchieren. Den «Aufstieg» mit einer maximalen Steigung von 10 % zur Passhöhe mit 2429 m ü. M. meisterten wir mit dem schönen Blick auf den Rhonegletscher.

Wieder unten im Tal, in Realp, angekommen, machten wir uns auf den Heimweg. Den Blick zielgerichtet auf den Oberalppass, konzentriert, nicht durch den Dorfkern von Andermatt zu fahren, fiel dem einen oder anderen sicherlich die grosse Signaltafel auf, welche die Sperrung der Strecke Andermatt–Göschenen durch die Schöllenenschlucht signalisierte. Dort war am 25. Mai 2015 ein Felssturz niedergegangen.

Die 2044 m ü. M. liegende Oberalppasshöhe erreicht, fanden sich wieder wie durch Zufall einige Equipen zum Zvieri ein. Nach über 250 gefahrenen Kilometern wohlverdient.
Der Leuchtturm, welcher die Passhöhe ziert, weist auf den in südlicher Richtung liegenden Tomasee hin, welcher als Quelle des Rheins gilt.

Nach der kurzen Pause setzten alle zum Abschluss des Tages an. Von Disentis via Reichenau nach Chur verging dann die Zeit wie im Flug. Speditiv wurde ab 17.45 Uhr Parkdienst auf dem Rossboden in Chur durchgeführt. Dies nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Organisation und Koordination durch Willi Kühnis.
In der anschliessenden Übungsbesprechung hob Übungsleiter Werner Gartmann die grossartige Organisation des Tages durch Andreas Eugster hervor.
Ein wirklich gelungener Tag mit total 334 km Strecke, über vier Pässe mit einer Gesamthöhe von 8866 m ü. M. – der Mount Everest im Vergleich mit 8848 m.
Mit einem kräftigen Applaus bedankten sich die Teilnehmenden bei den Funktionären für die hervorragend organisierte Fahrübung.

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